Kunstraum Aarau
Ochsengässli 7
5000 Aarau

Sa 1400 - 1700

oder auf Anfrage via:
mail (at) kunstraumaarau.ch


KUNSTRAUM AARAU

Der Kunstraum Aarau blickt auf eine über 35-jährige Geschichte als unabhängiger Ausstellungs- und Veranstaltungsraum zurück. Seit seiner Gründung 1990 versteht er sich als Forum für zeitgenössische Kunst und deren Grenzbereiche. Als von Kunstschaffenden getragener Verein schafft er Raum für experimentelle, nicht etablierte und eigenständige künstlerische Positionen und versteht sich als Teil einer lebendigen regionalen und überregionalen Kunst- und Musikszene.



GRÜNDUNG UND DIE ERSTEN JAHRE


Anfang 1990 mietete eine Gruppe bildender Künstler*innen aus dem Umfeld der aargauischen GSMBA (heute Visarte) einen rund 100 m² grossen Raum in der Futterfabrik an der Tellistrasse 108 in Aarau. Damit beteiligte sie sich am Aufbau eines neuen regionalen Kulturzentrums und schuf zugleich die Grundlage für einen eigenständigen Ausstellungsraum.

Im Vordergrund stand von Beginn an die Idee, ein Forum für Veranstaltungen der bildenden Kunst und ihrer Grenzbereiche zu schaffen. Nicht etablierte und nicht gesicherte Sicht- und Hörweisen sollten im Zentrum stehen. Der unabhängige Verein Kunstraum Aarau wurde am 3. September 1990 offiziell gegründet.

Während seiner ersten dreizehn Jahre am Standort in der Futterfabrik (KiFF) entwickelte sich der Kunstraum zu einem wichtigen Nährboden für den aktuellen Kunstdiskurs in Aarau. Gemeinsam mit anderen nichtkommerziellen und selbstorganisierten Räumen bot er Künstler*innen Möglichkeiten, unabhängig von den Erwartungen etablierter Institutionen und den Bedingungen des Kunstmarkts zu arbeiten.

Experimente, Versuchsanordnungen und neue Formen der Präsentation fanden hier ebenso Platz wie kritische künstlerische Positionen, die sich zwischen verschiedenen Medien und Disziplinen bewegten. Der Kunstraum verstand sich dabei weniger als klassische Galerie denn als offenes Forum, in dem Kunst produziert, diskutiert, erprobt und öffentlich zugänglich gemacht werden konnte.


VOM RAND INS ZENTRUM


2003 beschloss der Vorstand des Kunstraums Aarau, Standort, Konzepte und Inhalte grundlegend zu überdenken. In diesem Zusammenhang erfolgte der Umzug vom KiFF an der Peripherie der Stadt in das Ochsengässli 7 im Zentrum von Aarau.

Mit dem neuen Standort veränderte sich auch die Beziehung des Kunstraums zu seiner Umgebung. Aus dem eher abgeschlossenen Ausstellungsraum am Rand der Stadt wurde ein Ort mitten im urbanen Alltag. Die Nähe zu Passant*innen und die Einbindung in die bestehende Stadtstruktur eröffneten neue Möglichkeiten für Begegnung, Öffentlichkeit und Vermittlung.

Über mehr als zwei Jahrzehnte wurde der Kunstraum am Standort im Ochsengässli zu einem kontinuierlichen Ort für zeitgenössische Kunst. Getragen von einem gemeinnützigen Verein und weitgehend in ehrenamtlicher Arbeit organisiert, blieb der Raum dabei unabhängig von kommerziellen Interessen und offen für unterschiedliche künstlerische Praktiken. 


EIN SELBSTORGANISIERTER KUNSTRAUM


Der Kunstraum Aarau wird bis heute durch die unentgeltliche Arbeit einer Vorstandsgruppe getragen, die sich aus Kunstschaffenden und kulturell engagierten Personen zusammensetzt. Die finanzielle Grundlage bilden Mitgliederbeiträge sowie Beiträge des Aargauischen Kuratoriums und der Stadt Aarau. Einzelne Projekte werden durch weitere Personen und Institutionen unterstützt. Kunstschaffende werden nach Visarte Richtlinien für ihre Arbeit entlöhnt.

Diese selbstorganisierte Struktur prägt auch das künstlerische Selbstverständnis des Kunstraums. Entscheidungen über Programme, Ausstellungen und Veranstaltungen entstehen aus einem kontinuierlichen Austausch zwischen Kunstschaffenden, Vorstand, Partner*innen und Publikum.

Der Kunstraum versteht sich als Ort für unterschiedliche Hör- und Sichtweisen. Neben Ausstellungen entstehen Performances, Sound- und Medienprojekte, Gesprächsformate, experimentelle Veranstaltungen und interdisziplinäre Kooperationen. Dabei sollen auch künstlerische Formen Platz finden, die sich nicht ohne Weiteres in bestehende institutionelle oder kommerzielle Kategorien einordnen lassen.


TRANSFORMATION 2026


Raumansicht Ausstellungshalle Kunstraum Aarau 2026

Raumansicht Garage 1 Kunstraum Aarau 2026


Im Jahr 2026 beginnt für den Kunstraum Aarau eine neue räumliche und inhaltliche Phase. Mit der Neuorganisation des Standorts am Ochsengässli 7 wird der Kunstraum vom bisherigen einzelnen Ausstellungsraum zu einem Ort mit drei unterschiedlichen, miteinander verbundenen Räumen im Erdgeschoss: zwei ehemaligen Garagen und einer Halle.

Die neue Struktur ermöglicht eine stärkere Differenzierung zwischen verschiedenen Formen künstlerischer Praxis. Zwei Räume werden als Galerie und Ausstellungsräume genutzt. Der dritte Raum entwickelt sich als Musikzimmer, Audio- und Clubraum und schafft einen Ort für Sound, Musik, Performance und gemeinschaftliche Situationen.

Damit erweitert der Kunstraum sein bisheriges Verständnis von Ausstellung. Das Sehen tritt neben das Hören, die stille Betrachtung neben die kollektive Erfahrung, die Galerie neben den Club. Die drei Räume können eigenständig funktionieren, sich gegenseitig ergänzen oder zu einer gemeinsamen räumlichen Situation verbunden werden.

Der Clubraum bildet dabei keinen Nebenraum zur Galerie, sondern einen eigenständigen Teil des Kunstraums. Es schafft Platz für experimentelle Musik, Sound Art, DJ- und Clubformate, Hörsituationen und performative Arbeiten. Zwischen Ausstellung und Veranstaltung, Kunstproduktion und sozialem Raum entstehen Übergänge, die bewusst offen bleiben.

Der Kunstraum Aarau versteht den neuen Standort nicht als Abschluss seiner Entwicklung, sondern als erneuten Ausgangspunkt: für zeitgenössische Kunst, experimentelle Formate, Musik, Austausch und Diskurs. Die drei Räume eröffnen einen Ort, an dem unterschiedliche Öffentlichkeiten, Medien und Formen des Zusammenseins aufeinandertreffen können.

Die Halle, eine Garage so wie der Clubraum bilden dabei keine festen Kategorien, sondern ein räumliches Versuchsfeld: ein Kunstraum, der sehen, hören, denken, feiern und sich verändern kann.

Aktuell kuratiert und betreibt der Vorstand mit Claudia Amsler (sie/keine), Eliane Bertschi (sie) , Roger Wirz (er) , Levent Pinarci (they) und freien Kurator*innen die Räumlichkeiten im Ochsengässli.



 








Kunstraum X MidA 
28.09. Tuce Alba live
29.09. Notte Infinita
DJ