Daniel Bracher
ANALOG MEMORY
13. April – 12. Mai 2019
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JOJO Ausstellungsansicht 2019

Analog Memory funktioniert als Ausstellungstitel, aber auch als Klammer für Daniel Brachers gesamtes Schaffen. Alle ausgestellten Objekte, Collagen, Zeichnungen, Fotografien und Videos sind Teil dieses „analogen Gedächtnisses“. Durch das Sammeln von Dingen, Bildern und Erinnerungen schafft er eine Art Archiv, aus dem sich seine Werke speisen. Einmal gefundene Motive, Formen und Themen tauchen in adaptierter Form andernorts wieder auf. In der Ausstellung entdecken wir daher
– über die Genregrenzen hinweg – formale und thematische Bezüge und decken wie in einem „Memory“-Spiel verschiedene Verwandtschaftspaare
auf. 

Wie einst die Surrealisten treibt auch Daniel Bracher die Lust am Experiment an. Beim Fotografieren nutzt er die Vorteile, aber auch Makel einzelner Kameramodelle, um Planbares, aber auch Zufälliges zu forcieren. Zielen einige Fotografien auf das Auflösen von Kontur und Gegenstand, zeichnen sich die Assemblagen durch eine prägnante Formensprache aus. Indem der Künstler seine objets trouvés (Knochen, Motoren, Werkzeugteile, Naturmaterialien u. a.) zergliedert, verfremdet und neu kombiniert, befreit er sie von ihrer Ursprungsfunktion und verleiht ihnen eine neue Identität. Nur selten vermitteln die Werke eine politische Botschaft. Eine Ausnahme bildet eine chinesische Medizinal- Puppe, die den Arm provokant zum Hitlegruss ausstreckt. Bewusst als solche umgestaltet und mit einem Jo-Jo behängt, drückt der Künstler damit seine Sorge um die stets wiederkehrende braune Ideologie aus.
Auszug aus dem Saaltext von Julia Schallberger

Installationsansichten ANALOG MEMORY 2019